Daniel und Sebastian stellen in dieser Folge ein besonderes Weiterbildungsformat für Moderatorinnen und Moderatoren vor: das Methoden-Camp. Spezieller Fokus sind Moderatoren-Pools in größeren Organisationen. In zweitägigen Formaten lernen die Teilnehmenden spielerische Tools kennen und entwickeln daraus passende Anwendungen für ihre eigenen Workshops. Grundlage sind die Playristik© als Analyseperspektive und die Playdaktik© als Gestaltungsansatz. Anhand von Entry Games, Frame Games und kurzen Interventionen wird sichtbar, wie die Themen Kommunikation, Zusammenarbeit und Führung erlebbar gemacht und anschließend reflektiert werden können. In der Methoden Werkstatt werden anschließend eigene Designs für konkrete Alltagssituationen entwickelt.

In unseren Methoden-Camps arbeiten wir viel mit Moderatorinnen und Moderatoren sowie ganzen Moderationspools aus größeren Organisationen. Die Gruppen bestehen meist aus zehn bis zwölf Personen, die Workshops moderieren, Projekte begleiten oder Veränderungsprozesse unterstützen. Über zwei Tage entsteht ein gemeinsamer Arbeitsraum, in dem Methoden ausprobiert, reflektiert und auf den eigenen Kontext übertragen werden. Es geht dabei weniger um das Sammeln neuer Tools als um die Frage, wie Moderationsformate bewusst gestaltet werden können. Viele der Teilnehmenden bringen sehr unterschiedliche Situationen mit. Manche begleiten Projektkickoffs, andere moderieren Workshops zu Mitarbeiterbefragungen oder arbeiten mit Teams an der Zusammenarbeit. Das Methodencamp bietet einen Rahmen, in dem diese Erfahrungen zusammenkommen und weiterentwickelt werden.

Kleine Tools mit klarer Wirkung

Im Mittelpunkt stehen bewusst keine großen Methoden oder Planspieele. Stattdessen arbeiten wir mit kleinen Interventionen, die sich gut in zwanzig Minuten in einen Workshop integrieren lassen. Solche Formate können den Einstieg in ein Thema erleichtern, Perspektiven sichtbar machen oder eine Reflexion über Zusammenarbeit eröffnen. Dabei gilt im Methodencamp ein einfacher Grundsatz: Vom Tool zur Wirkung. Eine Methode allein erzeugt noch keine Wirkung. Erst wenn klar ist, welche Erfahrung für die Gruppe entstehen soll, wird aus einem Tool eine passende Intervention.

Workshops als gestaltete Spielräume

Ein hilfreicher Blickwinkel entsteht, wenn Workshops als gestaltete soziale Situationen betrachtet werden. In jeder Gruppe entstehen Rollen, Regeln, Informationsflüsse und unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Mit der Playristik© betrachten wir diese Dynamiken aus einer spielerischen Perspektive. Die Playdaktik© hingegen beschreibt, wie solche Situationen methodisch gestaltet werden können. Ein Beispiel ist unser EntryGame zum Beginn eines Workshops. Die Gruppe muss gemeinsam kleine Rätsel lösen, um den Seminartag freizuschalten. Schon in den ersten Minuten wird sichtbar, wie Informationen geteilt werden, wer Verantwortung übernimmt und wie Zusammenarbeit entsteht.

Erleben, reflektieren, übertragen

Nach jeder Intervention folgt eine gemeinsame Auswertung. Die Gruppe schaut zunächst auf das, was im Raum tatsächlich passiert ist. Danach richtet sich der Blick auf die Moderationsperspektive: Wofür könnte diese Methode eingesetzt werden und welche Anpassungen wären im eigenen Kontext sinnvoll? Hier zeigt sich ein zweites Prinzip des Methodencamps: Erleben, reflektieren, übertragen. Die Methode allein steht nie im Mittelpunkt, sondern der Weg von der Erfahrung zur Anwendung.

Werkstattmodus am zweiten Tag

Am zweiten Tag wechseln wir meist in einen Werkstattmodus. Die beteiligten Personen bringen konkrete Formate aus ihrem Arbeitsalltag mit. Gemeinsam wird zunächst geklärt, welche Wirkung im Workshop eigentlich entstehen soll. Viele Beschreibungen bleiben zunächst allgemein. Es soll diskutiert werden, Ergebnisse sollen besprochen werden oder Ideen gesammelt werden. Erst wenn das gewünschte Momentum klar wird, lassen sich passende Methoden auswählen und sinnvoll einbauen.

Raum zum Ausprobieren

Das Methodencamp ist damit weniger eine klassische Methodenschulung als ein gemeinsamer Gestaltungsraum für Moderation. Die zwei Koffer mit Spielen und Materialien, die wir meist dabei haben, sind ein Ausgangspunkt. Entscheidend ist der Blick darauf, welche Wirkung eine Intervention in einer Gruppe entfalten kann. Wenn Moderierende beginnen, ihre Workshops bewusst als gestaltete Spielräume zu betrachten, entstehen neue Möglichkeiten für Austausch, Reflexion und Zusammenarbeit.

Gibt es auch in Ihrer Organisation eine Gruppe an Personen, die immer wieder in der Moderatoren-Rolle aktiv wird? Dann ist das Methoden-Camp das ideale Weiterbildungsformat. Weitere Informationen zum Methoden-Camp gibt es hier oder sprechen Sie uns gerne persönlich an.

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