Ein Spiel, das Biodiversität erfahrbar macht, war zunächst eine Idee in der Schublade. Als wir angefragt wurden, diese Idee weiterzuentwickeln, lag ein Prototyp vor – voller Material, Regeln und Möglichkeiten, aber noch nicht spielbar. Was folgte, war eine Phase des gemeinsamen Auseinandernehmens, Reduzierens und Neuordnens. Das Ergebnis macht Biodiversität im landwirtschaftlichen Bereich erlebbar und reflektierbar.
Biodiversität sichtbar machen
Die Ausgangsfrage war, wie das komplexe Thema so gestaltet können, dass Neugier entsteht. Wie kann Biodiversität in landwirtschaftlichen Entscheidungen sichtbar werden, ohne dass die Fülle des Themas überfordert? Die Antwort lag nicht in zusätzlichen Regeln, sondern in einem reduzierten und auf Kernmechaniken fokussierten Spielkonzept, das Ausprobieren erlaubt. Und das gleichzeitig dazu anregt, über die Realität in den Austausch zu gehen und gemeinsam zu reflektieren.
Entscheidungen und Auswirkungen
Die Teilnehmenden übernehmen hierfür die Verantwortung für einen landwirtschaftlichen Betrieb.
In jeder Runde treffen sie Entscheidungen, welche Flächen bebaut, welche brachgelegt und wo Blühstreifen oder Agroforstflächen entstehen sollen. Dabei zeigt sich, dass ökologische und wirtschaftliche Überlegungen ineinandergreifen müssen. Erträge schwanken, Wetterereignisse verändern den Spielverlauf, Ressourcen bleiben begrenzt. Was zunächst nach Strategie aussieht, wird zunehmend zu einem Erkunden von Zusammenhängen.
Komplexität reduzieren
Für die Spielentwicklung war entscheidend, die Komplexität in ein Format zu bringen, das Begegnung ermöglicht. Das Spiel erlaubt Gespräche über die Bedeutung einzelner Maßnahmen, über Ertrag, Bodenqualität und Verantwortung.
Es geht nicht um Gewinnen, sondern darum, welche Wege möglich und welche Perspektiven hilfreich sind. Wir sind eigentlich keine Experten für das Thema Biodiversität. Wir konnten jedoch mit unserem Ansatz Playful Facilitation und dem Verständnis für Interaktion, gute Lernsituationen und Spieldesign all das einbringen, um das komplexe Themen erspielbar zu machen.
BlühLand als Spielbox
ach einem halben Jahr gemeinsamer Arbeit an Spielkonzept, grafischer Aufbereitung, Erstellung von Spielbeschreibungen und Trainerhilfe gibt es mittlerweile BlühLand als große Spielbox – mit Spielbrettern, Ackerkarten, Spielsteinen und Dokumentationsblättern. Entstanden ist ein Lernspiel für landwirtschaftliche Schulen für den Einsatz in Ausbildungsgruppen und Meisterkursen. Es ist genauso geeignet, um im Bereich allgemeinbildender Schulen oder der Erwachsenenbildung für das Thema Biodiversität zu sensibilisieren.
Mehr zu BlühLand
Mehr zu Spielentwicklung
BlühLand entstand im Rahmen des Projekts „Gesamtbetriebliche Biodiversitätsberatung – Kommunikation und Bildung“, finanziert durch das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Landes Baden-Württemberg. Die Spielentwicklung erfolgte gemeinsam mit Milena Line und Isabelle Heinisch von der Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH.
Sie haben auch ein komplexes und spannendes Thema, das spielerisch erlebbar werden soll? Dann sprechen Sie uns gerne an.